Inneneinrichtung
Führt man sich vor Augen, dass viele Krabbenarten Haltungsbecken benötigen, die ihnen sowohl einen Aufenthalt im Wasser, als auch den an Land ermöglichen, so stellen wir schnell fest, dass entsprechende Becken nicht mal eben so käuflich zu erwerben sind.
Nun steht man also vor der Problematik sich ein solches Aquaterrarium entweder für einen nicht unerheblichen Kostenaufwand bei einem versierten Aquarienbauer fertigen zu lassen, oder aber man sich auf das Wagnis Selbstbau einlassen muss.
So manchem mag der Selbstbau erstmal derart kompliziert anmuten, dass er sich von dieser Aufgabe überfordert fühlt. Gerade den Tierfreunden, die vll. nicht unbedingt so großes Vertrauen in die eigenen handwerklichen Fähigkeiten setzen, mag dies schon als unüberwindliche Hürde auf dem Weg zur Krabbenhaltung scheinen.
Tatsächlich muss sich aber niemand davor scheuen, seinen zukünftigen Mitbewohnern ein kleines Krabbenparadies zu gestalten, es ist viel unkomplizierterm, als es zunächst den Anschein hat.
Einige Aquaterrarien-Varianten inklusive grob umrissener Bauanleitungen und Material-Auflistungen haben wir in diesem Thread aufgelistet:
http://www.panzerwelten.de/forum/showthread.php?tid=24
Jedoch, und
das ist wirklich ein sehr wichtiger Aspekt, gilt es einige Voraussetzungen zu beachten, die dem Halter und den Tieren gleichermaßen garantieren, dass der so geschaffene Lebensraum keine Gefahren bietet.
Einkleben von Landebenen, Wasserteilen, Abtrennungen, etc.
Erstes Mittel der Wahl beim Einkleben von was auch immer ist, im Zusammenhang mit Wasser, wohl Silikon. Oftmals wird in der Aquaristik spezielles aquarien-geeignetes Silikon empfohlen, das auch sicherlich ein gutes, verwendbares Material darstellt. Leider hat es jedoch auch seinen (keineswegs unerheblichen) Preis. Baut man mal eben nur ein Becken auf, so beißt wohl jeder zu Gunsten der Sicherheit in den saueren Apfel und kauft sich diese edlen Kartuschen, Tuben oder Tübchen...
Wer aber wie wir immer wieder mal ein weiteres Aquaterrarium zurecht bastelt, der stellt sehr schnell fest, dass sich hier Kosten in nicht geringem Ausmaß reduzieren lassen, wenn man auf alternative Produkte zurück greift.
Basierend auf den Erfahrungen eines kompetenten Fischzüchters, der schon seit vielen Jahren all seine Becken selber klebt, entschieden uns dazu, auf ganz simples Silikon aus dem Baumarkt umzusteigen.
Hierbei handelt es sich um einfaches,
essigvernetztes Silikon ohne jegliche Zusätze (Schimmelpilzhemmer, Bakterienhemmer, etc.).
Dieses Silikon kostet oftmals nur einen Bruchteil dessen, was man für jenes kalkulieren muss, dass als aquarien-tauglich gekennzeichnet ist. Natürlich muss jeder Halter letztendlich mit sich selber ausmachen, ob er das für sich und seine Tiere ausprobieren möchte, oder aber lieber die aus dem Fachhandel empfohlenen Produkte verarbeiten möchte. wir haben damit in den letzten Jahren aber durchweg positive Erfahrungen gemacht.
Nach der Verarbeitung von Silikon sollte eine ausreichend lange Trocknungszeit abgewartet werden, sie variiert je nach Verarbeitungsdicke von mindestens 12 Stunden bis hin zu möglicherweise mehreren Tagen.
Steine als Deko-Material
Mit Steinen lassen sich hervorragende Inneneinrichtungen gestalten, so kann man mit ihnen Aufstiegswege auf Landzonen ebenso realisieren, wie sie zu natürlich aussehen Verstecken aufgeschichtet oder auch zu kompletten felsigen Unterwasserlandschaften arrangiert werden können. Jedoch ist hier Vorsicht geboten, denn Krabben graben alles um was ihnen nicht in der vom Halter angedachten Anordnung zusagt und sind zudem fähig Gewichte zu bewegen, die man ihnen anbetracht ihrer teils doch überschaubaren Größe nicht zutrauen würde.
Selbst ohne eine allzu ausgeprägte Phantasie kann sich wohl jeder vorstellen, was mit einem Glasbecken passiert, wenn plötzlich mehrere Kilo Stein ins Wanken geraten, weil so ein Scherenträger gerade unbedingt den untersten Stein aus dem Weg räumen wollte. Weder bekommt dem Becken die Schlagwirkung durch fallende Steine, noch dem Tier von selbigen erschlagen zu werden. Und was sich nicht bewegen lässt, das untergraben die hartnäckigen Buddler konseguent. Aus diesem Grund sollte generell dafür gesorgt werden, dass
große Steine immer standsicher auf der Bodenplatte des Beckens aufliegen und aufgeschichtete Steine miteinander verklebt werden, so dass die Konstruktionen einsturz- und kippsicher im Becken stehen.
Aber im Zusammenhang mit Steinen gibt es noch mehr zu beachten. Man sollte generell nur solche Steine ins Haltungsbecken einbringen, die keine Metalleinschlüsse aufweisen. Ebenso muss sichergestellt sein, dass die Steine zuvor nicht mit irgendwelchen schädigenden Stoffen in Kontakt gekommen sind und selbstredend sollte man sie vor dem Einbringen in ein Aquaterrarium sehr gründlich reinigen. Abbürsten under fließendem Wasser sollte bei den meisten Steinen ausreichen, lediglich sehr poorige Steine oder solche mit sehr verästelten Strukturen müssen gegebenfalls auch länger in Wasser einlegt und öfter abgebürstet werden, um so auch innenliegende Schmutzpartikel auszuschwemmen.
Wurzeln als Deko-Material
Möchte man die Einrichtung des Aquaterariums durch formschöne Wurzeln erweitern, so bietet der Markt auch hier eine breite Palette von verschiedensten Hölzern. Oft erfreut über den Erwerb so manch schön gewachsener Wurzel, trübt sich die Freude schnell, wenn diese im Becken plötzlich zu schimmeln beginnen.
Und an dieser Stelle sei auch direkt mal klar gesagt, bei Schimmel handelt es sich nicht nur um ein ästhetischen Störfaktor, ständiger Kontakt mit Schimmel und dessen Sporen stellt vielmehr eine ernstzunehmende Gesundheitsgefährdung auch für die Krabbenhalter dar.
Hier darf und muss aber zwischen solchem Schimmelbefall, der beispielsweise durch liegengebliebene Futterreste ensteht und solchem, der aus der Wurzel selber zu wachsen scheint, unterschieden werden.
Ersterer lässt sich problemlos durch eine entsprechende Beckenhygiene vermeiden – um aber den Zweitbeschrieben in den Griff zu bekommen, muss man Wurzelhölzer vor dem Einbringen in das Haltungsbecken vorbehandeln.
Bei uns hat sich folgende Vorgehensweise bewährt: Zunächst die Wurzeln unter fließendem Wasser (möglichst warmes) mit einer harten Bürste abschrubben, bis alle sichtbaren Fremdkörper und Verunreinigungen entfernt sind – besonders auch alle Ritzen ausbürsten. Dann die gereinigte Wurzel in Salzwasser einlegen und dort zwei bis drei Tage belassen. Nach dem Salzbad die Wurzel erneut unter fließend Wasser abbürsten und dann zwei bis drei Stunden in Wasser auskochen oder wahlweise im Backofen bei 90°C bis 100°C backen.
Trotz korrekt durchgeführter Vorbehandlung kann es passieren, dass eine Wurzel innerhalb der ersten Tage im Becken beginnt Schimmel anzusetzen. Handelt es sich hier nur um einen feinen, weißen Schimmelfilm, kann man abwarten ob er sich binnen weniger Tage zurückbildet. Erfolgt eine solche Rückbildung jedoch nicht, muss die komplette Reinigungsprozedur wiederholt werden. Ebenso sollte die Reinigung (nötigenfalls auch mehrfach) wiederholt werden, wenn sich grüner Schimmel bildet.
Thermometer, Heizstäbe, Heizkabel, Heizmatten, Kabel
Ja, auch diese Utensilien tauchen in Krabbenbecken auf und sind an sich ja auch für genau diesen Zweck konzipiert worden. Warum sie trotzdem in diesem Thread Beachtung als Gefahrenpotential finden, lässt sich relativ leicht erklären:
Je nach Krabbenart, dies betrifft insbesondere die größer werdenden, muss man mit der Möglichkeit rechnen, dass die Tiere die benannten Untensilien zerstören können. Von geknackten Thermometern und Heizstäben wurde uns ebenso berichtet, wie von angenagten Filterkabeln. Hier liegt es, auch zum Schutz der eigenen Gesundheit (Stromschläge sind arg ungesund) in der Verantwortung der Krabbenhalter, solche Gefahrenquellen für die Tiere unzugänglich zu positionieren. Kabel können beispielsweise durch eingeklebte Kabelkanäle geschützt , Thermometer und Heizstäbe mit Kunststoffschutzgittern umkleidet werden. Heizmatten sollten möglichst nur außerhalb der Becken angebracht werden und vom Einsatz von innenliegenden Heizkabeln raten wir in Krabbenbecken generell ab.