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Beobachtungen zu H.sanguineus, C.maenas und H.penicillatus
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aquaterra Offline
auf Krabbensuche
*****

Beiträge: 145
Registriert seit: Jan 2012
Beitrag #1
Beobachtungen zu H.sanguineus, C.maenas und H.penicillatus
Hallo,
ich möchte mal schreiben was ich bisher über die Ausbreitung der beiden asisatischen Strandkrabben und deren Verhältnis zu Carcinus maenas in Erfahrung bringen konnte.
Erstmal etwas allgemein zu den Orten an denen man diese Krabben finden kann.
Carcinus maenas kommt eigtl. überall vor. Das heißt auch offene Sand oder Wattflächen in die sie sich bei o.a. Ebbe eingraben können.
Viel häufiger dagegen sind sie unter Steinen, zwischen Steinen oder anderer Verstecken zu finden, also auch bei Wellenbrechern und Buhnen.
Mittlerweile werden ihnen die beiden letzteren Habitate aber von den beiden asiatischen Arten streitig gemacht.
Meist bleiben ihnen dann nur noch größere Spalten in denen die deutlich kleineren Hemigrapsus keinen Schutz finden, oder Orte die für die Hemigrapsus Arten ungeeignet sind.

Hemigrapsus sanguineus scheint sich nur an steinigen Gebieten aufzuhalten die von eher sandigem Untergrung umgeben sind.
Man wird diese Tiere also nie direkt im Watt antreffen.
Sie bevorzugen enge Spalten und verkriechen sich gerne unter Steine.
Das Verhalten ist innerartlich kaum aggressiv, natürlich kämpfen die Männchen aber miteinander.Auch gegenüber Strandkrabben sind sie eher passiv verträngend.
Wenn man einen Stein unter dem diese Tiere wohnen umdreht, flüchten alle, anders als "ausgewachsene" Strandkrabben, diese drohen mit ihren Scheren und setzen sich so einer viel größeren Gefahr aus.

Noch etwas zu Hemigrapsus penicillatus.
Auch als H. takanoi bezeichnet, mir sind sie aber unter anderer Bezeichnung bekannt.
Sie sind nur unter Steinen oder sonstigen engen Verstecken anzutreffen.
Dagegen aber eher an schlammigen Bereichen als an sandigen.
Obwohl sie deutlich kleiner bleiben (nur bis 2cm Carapax-Breite) besitzen sie eine höheres Verdrängungspotenzial.
Die Tiere sind nicht nur innerartlich sehr aggressiv, sondern auch gegenüber anderen Arten.
Meist findet man an Stellen an denen sie "beheimatet" sind keine anderen Krabbenarten.

Mir scheint es so als würden die Hemigrapsus Arten der Strandkrabbe durch ihre geringere Größe zu einem Problem.
Sie besetzen die Verstecke die sonst von kleinen C.maenas genutzt werden.
Dadurch entfallen diesen sichere Unterkünfte.
Zudem sind die Hemigrapsus Arten starke Nahrungskonkurrenten.

Was noch interressant ist:

- man findet meist nur eine Art in einem Versteck, besonders bei H. penicillatus
- die Hemigrapsus-Arten können sich nicht eingraben, die offenen Flächen bleiben daher für C. maenas
- H. penicillatus stellen sich meist tot wenn sie schutzlos sind ( sehr effektiv da ihre Farbe der von Wattboden entspricht)

MfG
Wednesday, 15. August 2012 11:11
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BEASTIEPENDENT Offline
Exil-Kölner/Admin
*******

Beiträge: 5.187
Registriert seit: Dec 2007
Beitrag #2
RE: Beobachtungen zu H.sanguineus, C.maenas und H.penicillatus
Holla, sehr interessant, danke! Smile

H. takanoi hat man lange für H. penicilatus gehalten, erst vor einigen Jahren hat man H. takanoi als eigene Art erkannt. Wobei erkannt in dem taxonomischen Sinn nicht unbedingt das gleiche heißt wie im allgemeinen Wortschatz, es bedeutet hier, man hat Unterschiede in den Tieren gefunden, die nach Meinung dieser Forscher eine Unterscheidung in zwei Arten rechtfertigen. Soweit ich mich erinnere, kommt H. penicillatus hier gar nicht vor, sondern nnur H. takanoi, aber ich müsste mich erst wieder reinlesen. Wir kennen die beiden Arten (sanguineus und takanoi) nur aus unserem AQ, leider noch nicht in Natur gesehen…

Maat et joot, 'ne schöne Jrooß un bess demnähx, Ollie/BEASTIE

[Bild: 300pw-mangroven7.jpg] Krabben und andere Crustaceen (Krebstiere),
Muscheln, Schnecken und Zwergkrallenfrösche, Minidrachen (Zwergbartagamen + Hausgeckos) und Schlangen in rund 30 Becken
Wednesday, 15. August 2012 22:16
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