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Neue Reiseberichte

Filed under: Neues | Von: Oliver Mengedoht | Mittwoch, 28. November 2012 | 15:36

Und endlich wieder mal sind einige Fotogalerien von unseren Tripps online. Unter Treffen, Zoos, Tiergeschäfte… sind sie wie üblich zu finden:

• Der 4. Austrian-Aquanet-Garnelentag in Linz

• Eine Woche Normandie

• Die Haustiermesse Wien, wo wir ebenfalls zu zwei Vorträgen geladen waren

Normandie

Moni verschwindet hinter der Gischt in der Normandie – SO muss Meer sein!

Reiseberichte online

Filed under: Neues | Von: Oliver Mengedoht | Sonntag, 30. September 2012 | 20:54

Panzerwelten-FotogalerieInzwischen haben wir übrigens auch mal die kompletten Fotogalerien zu unseren letztjährigen Reisen online gestellt. So waren wir ja zwei Wochen in Regensburg, wo wir bei PD Christoph Schubart ein zweiwöchiges Praktikum machen durften (Bericht: “Weiterbildung im Labor – Der Wissenschaft über die Schulter geschaut” in caridina 3/2012), alle Bilder dazu hier.

Kurz darauf durften wir Klaus Anger auf Helgoland besuchen, der uns freundlicherweise dazu eingeladen hatte und uns einige Tiere mitgab. Die Fotos von unserem dreitägigen Trip (Bericht “Von Flohkrebsen, Krabben und Hummern – eine crustaceologische Exkursion nach Helgoland” in Datz 7/2012) findet Ihr jetzt alle hier. Wir freuen uns schon, ihn bei der 16. Crustaceologen-Tagung im März an der Universität Greifswald wiederzusehen!

UPDATE: 7-Kilo-Krabbe vor Kochtopf gerettet

Filed under: Neues | Von: Oliver Mengedoht | Freitag, 4. Mai 2012 | 15:19

Vor einem australischen Kochtopf gerettet wurden jetzt drei Tasmanische Riesenkrabben (Pseudocarcinus gigas). Es sind die zweitgrößten Krabben (vom Körpergewicht her) der Welt, nur die Japanischen Riesenkrabben können noch schwerer werden. Die Tiere wurden vom Weymouth SeaLife Park im englischen Dorset von Fischern gekauft und kosten inklusive Transport 3.000 Pfund (rund 3.695 €) – pro Stück! Sie waren auf dem Weg zu einem Markt, als ein Scout des SeaLife sie vor dem “Barbie” bewahrte, so nennen die Aussies ihr Grillen (Barbecue).

Pseudocarcinus gigas im SeaLife Oberhausen, etwa 3 kg schwer. Foto: Oliver Mengedoht

Pseudocarcinus gigas im SeaLife Oberhausen, etwa 3 kg schwer. Foto: Oliver Mengedoht

Die Tiere leben in der tiefen Gewässern vor Südaustralien, meistens in 140 bis 270 Metern Tiefe. Sie können bis zu 13 Kilogramm schwer werden und eine Panzerbreite von 46 Zentimetern erreichen. Claude, wie das Exemplar auf dem Foto getauft wurde, ist 6,8 Kilogram schwer und sein Panzer misst 38 Zentimeter.

Die drei Tasmanischen Riesenkrabben waren bis jetzt in Quarantäne und gestern zog Claude in ein öffentliches Schaubecken im SeaLife um – er ist der erste seiner Art, der je in Großbritannien zu sehen war. “Es sind so eindrucksvolle Kreaturen, dass wir gedacht haben, es ist die Kosten und den Aufwand wert, sie um die halbe Welt zu fliegen, um zu sehen ob sie in einem Aquarium gedeihen können”, sagte Rob Hicks, Chef-Meeresbiologe des SeaLife-Netzwerks.

Nach einem Stopp in Hongkong kamen die drei Pseudocarcinus gigas vor einer Woche in England an. “Es hat ein paar Tage gedauert, bis sie den Jetlag überwunden hatten, aber jetzt fressen sie zufrieden und es geht ihnenanscheinend nicht schlechter als vor der Reise”, so Hicks. Der SeaLife Park hat eins seiner größten Schaubecken in der Ausstellung “Treasures of the Deep” (Schätze aus der Tiefe) vorbereitet, um eine der Krabben zu beherbergen. “Unsere Besucher werden staunen”, glaubt Jemma Battrick vom SeaLife.

Bilder gibt es unter anderem bei der Daily Mail.

Vielen Dank an unseren Kollegen Alexander Thomasser vom Meerwasser-Lexikon für den Hinweis! :-)

 

UPDATE: Mittlerweile ist eine der drei Tasmanischen Riesenkrabben übrigens auch in Deutschland angekommen. Der 3 kg schwere “Crabinator” bewohnt seit dieser Woche das SeaLife Oberhausen, alle Bilder dazu findet Ihr hier!

Einen Filmbericht dazu gibt es beim WDR: http://www.wdr.de/mediathek/html/regional/2012/09/25/lokalzeit-ruhr-riesenkrabbe.xml.

Discoplax hirtipes sind zwei Arten

Filed under: Neues | Von: Oliver Mengedoht | Donnerstag, 12. April 2012 | 01:30
Die neue Art Discoplax celeste. Foto: Peter Ng & Peter Davie/The Raffles Museum of Biodiversity Research

Die neue Art Discoplax celeste. Foto: Peter Ng & Peter Davie/The Raffles Museum of Biodiversity Research

Die Blaue Krabbe der Weihnachtsinsel, Discoplax hirtipes (Dana, 1851) wurde jetzt von Peter Ng (Singapur) und Peter Davie (Australien) als eigene Art erkannt und beschrieben: Sie heißt nun Discoplax celeste (Ng & Davie, 2012). Neben dem einmaligen blau der erwachsenen Tiere könne die neue Art auch durch Merkmale des Panzers, des männlichen Abdomens und der 1. Gonopoden unterschieden werden, schreiben die beiden Krabbenforscher im Raffles Bulletin of Zoology. Um den taxonomischen Status von D. hirtipes zu stabilisieren, haben sie einen Neotypus von den Fidschis bestimmt. Ein einzelnes Taxon des östlichen Indischen Ozeans, Discoplax aff. hirtipes, verbreitet auf den Andamanen-Inseln, den Nikobaren und West-Sumatra, werde in kleiner Zahl auch auf der Weihnachtsinsel gefunden.

Die zu Australien gehörende Insel ist vor allem für die Roten Landkrabben (Gecarcoidea natalis) bekannt, die alljährlich zu Millionen ihre große Wanderung zur Küste abhalten, wo sie sich vermehren. Unter Carcinologen war auch die endemische “Blaue Krabbe” gut bekannt, bisher jedoch als Farbvariante der weitverbreiteten Discoplax hirtipes. Als erstes wurde diese übrigens falsch als Cardisoma carnifex beschrieben, von der sie sich aber eben doch durch für den Laien Kleinigkeiten unterscheidet. Andrews schrieb 1900, dass die Art immer in der Nähe von Süßwasser gefunden wurde und in tiefen Löchern an den Seiten und Böden der Bäche lebe, aquatischer als G. natalis. Außerdem ist diese Krabbe vor allem in den 50er Jahren viel stärker als Nahrung durch Menschen gesammelt worden, schreiben andere Autoren, weswegen sie 1980 geschützt wurden.

Die neue Art Discoplax celeste (oben) zusammen mit einem Exemplar von Discoplax aff. hirtipes, wie sie auch auf den Andamanen und Nikobaren vorkommt. Beide haben etwa 8 cm Carapaxbreite und wurden in der Waterfall Bay auf Christmas Island aufgenommen. Foto: Heok Hui Tan

Die neue Art Discoplax celeste (oben) zusammen mit einem Exemplar von Discoplax aff. hirtipes, wie sie auch auf den Andamanen und Nikobaren vorkommt. Beide haben etwa 8 cm Carapaxbreite und wurden in der Waterfall Bay auf Christmas Island aufgenommen. Foto: Heok Hui Tan

Ng und Davie erwähnen, dass schon Tweedie 1947 Alcock zitiert habe, wonach die Tiere von den den Andamanen und Nikobaren dunkel-lila mit hell-kaminroten Scheren seien, wohingegen Exemplare von Christmas Island hellblau mit Scherenarmen von heller Hornfarbe gefärbt seien. Tweedie hatte da schon gemutmaßt, es könne eine eigene Art sein.

Ng und Hsi-Teh Shih (Taiwan) unterziehen derzeit die Gattung Discoplax ohnehin einer Revision mit morphologischen und genetischen Merkmalen, doch “ist es unwahrscheinlich, dass diese in naher Zukunft fertig wird, weil viele Arten beteiligt und genetische Proben von einer weiten Reihe von Lokalitäten nötig sind”, heißt es weiter. Gleichwohl wurden bereits genetische Sequenzen untersucht, die den Status der eigenen neuen Art festigen, was ihr fortführendes Bedürfnis nach Schutz nur unterstreiche. Turner hatte 2011 nur “wenige Jungtiere” gefunden. Daher wurde die Beschreibung der neuen D. celeste vorgezogen und nicht die Revision der gesamten Gattung abgewartet.

Der Name kommt vom französischen celeste für Himmel und bezieht sich auf die himmelblaue Färbung. Die soll spätestens ab einer Carapaxbreite von 5 cm gut zu unterscheiden sein.

Die Wissenschaftlergruppe hat während ihres Aufenthalts übrigens auch noch zwei neue Orcovita-Arten (“Püschelkrabben”) gefunden und beschrieben, siehe Raffles Museum News.

Peter K.L. Ng & Peter J. F. Davie (2012): The blue crab of Christmas Island, Discoplax celeste, new species (Crustacea: Decapoda: Brachyura: Gecarcinidae). Raffles Bulletin of Zoology 60 (1):89-100.

Wählt Euren Star der WiLo-Szene!

Filed under: Neues | Von: Oliver Mengedoht | Donnerstag, 22. März 2012 | 00:21
Wirbellosen-Meeting 2012

Jetzt mit Krabbe – danke Thoddy! ;-)

Na also, jetzt sind die auch die Krabben auf dem Plakat von Thoddy für das Wirbellosen-Meeting 2012 in Dortmund, an dem sich neben AKWB, Garnelenforum, Crustahunter auch wir als Panzerwelten beteiligen. Und für Euch gibt es auch etwas zu tun: Ihr könnt euren Star der Wirbellosen-Szene 2012 wählen, der dann erstmals den caridina-Award erhalten wird!

Die Vorschläge für den caridina-Award können nur noch bis zum 31. März abgegeben werden – Frist nicht versäumen! Hier geht es lang: www.caridina.eu/caridina-award. Je mehr von Euch mitmachen, desto besser. ;-)

Und ja, inzwischen steht auch schon fest, WO am Samstagabend, 12. Mai (ist doch ein tolles Datum, oder?) gefeiert wird UND der caridina-Award 2012 vergeben wird: Im urigen Lokal Hufeisen an der Galopprennbahn Dortmund-Wambel (Rennweg 70, 44143 Dortmund), wo es auch ein leckeres Buffet geben wird. Dance, dance, dance… Karten gibt es im Vorverkauf unter www.caridina.eu/night und am Meeting-Point auf der Messe. Die Karten kosten im Vorverkauf € 19,50 (inkl. Buffet) oder € 22,- am Meetingpoint.

Ja, was noch? Wir hoffen, Euch alle in Dortmund zu sehen! Denn die Panzerwelten werden auch einen eigenen Stand haben, erstmals überhaupt in der Geschichte unserer kleinen Krabben- und Krustentierseite. :-) Achso, um es gleich klarzustellen, einen Infostand. Es wird nix verkauft, nur Moni, Püffi und ich (Ollie) stehen dort und freuen uns auf Gespräche mit anderen Crustophilen. Es wird auch einige Tiere in drei Becken zu sehen geben – und wir können Euch jetzt schon versprechen, das wird etwas ganz Besonderes sein! Lasst Euch überraschen!

Nochmal kurz die Höhepunkte in Stichpunkten:

  • Wirbellosen-Ausstellung mit mehr als 40 Aquarien
  • Fachvorträge von anerkannten Spezialisten (Alexandra Behrendt, Friedrich Bitter, Andreas Karge, Werner Klotz, Chris Lukhaup, Monika Rademacher und Oliver Mengedoht)
  • Meetingpoint für die ganze Szene
  • Präsentation von Foren und Vereinen
  • caridina-Night
  • Verleihung des caridina-Award 2012

Gefährdete Farbenpracht

Filed under: Neues | Von: Oliver Mengedoht | Mittwoch, 21. März 2012 | 02:10
Insulamon-palawanese

Insulamon palawanese. Foto: Hendrik Freitag/Ateneo de Manila University

Vier neue Arten in der Gattung Insulamon hat Dr. Hendrik Freitag vom Senckenberg-Museum Dresden, assoziierter Professor an der Ateneo de Manila Universität  (Philippinen) ausgemacht. In seiner gerade im Raffles Bulletin of Zoology veröffentlichten Studie stellt er die vier neuen Arten vor, welche die bisher monotypische Spezies I. unicorn ergänzen.

Insulamon-johannchristiani

Insulamon johannchristiani im Habitat. Foto: H. Freitag, Senckenberg-Museum für Tierkunde Dresden

Bislang waren alle gefundenen Tiere als I. unicorn identtifiziert worden, Freitag zeigt jedoch, dass es sich um eigene Arten handelt. In seinem Paper liefert er auch einen Schlüssel zur Bestimmung der Arten. Es sind neben I. uniciorn die endemischen Spezies I. magnum, I. johannchristiani, I. porculum und I. palawanense. Alle sind auf der Insel Palawan endemisch, die ursprünglich beschriebene Art I. unicorn hingegen lebt auf der vorgelagerten Calamian-Inselgruppe. Bedroht sind sie durch etliche Bergbauvorhaben in der Region, gegen die es bereits massive Proteste aller Schichten der Bevölkerung und der indigenen Bevölkerung gibt.

 Insulamon-magnum

Insulamon magnum im natürlichen Habitat. H. Freitag/Ateneo de Manila University

In den Handel dürften diese Arten nicht gelangen, obwohl sie recht farbenprächtig sind: Jegliches Sammeln im Unesco-Biosphärenreservat Palawan – auch außerhalb von Schutzgebieten – ist ohne Genehmigung nicht möglich, berichtet uns Freitag und erwähnt, dass die Arten der Gattung Insulamon zudem bei der IUCN („Rote Liste der gefährdeten Arten“) gelistet sind. Für ein Aquaterrarium hält er sie ohnehin für ungeeignet, denn es „sind typische Potamiden, die in Erdhöhlen bzw. unter Steinen am Fluss hausen und vor allem nachts im Fluss auf Beutezug gehen“. Freitag beschreibt uns weiter, dass „sie ordentlich herumwühlen und sich auch sonst nicht sonderlich zurückhaltend benehmen“, und rät von einer Haltung und erst recht vom ungenehmigtem Sammeln dringend ab.

Neues zum Wirbellosen-Meeting

Filed under: Neues | Von: Oliver Mengedoht | Samstag, 3. März 2012 | 13:53
Messe Dortmund

Bei der Premiere reichte noch ein kleiner Vortragsbereich

Es gibt Neues zu vermelden zum großen Wirbellosen-Meeting im Mai in Dortmund (siehe auch 1. caridina Wirbellosen-Meeting in Dortmund 11.-13. Mai 2012).

Ausstellung: Auf der Fläche des Meeting-Points und in einer gesonderten Ausstellung mit mehr als 40 Aquarien soll die faszinierende Vielfalt der Wirbellosen-Aquaristik deutlich werden, wie schon oben beschrieben. Becken werden von der Industrie gesponsert – die Gestaltung und Beratung übernehmen ehrenamtliche Mitarbeiter aus den beteiligten Foren und Vereinen (u.a. AKWB, Crustahunter, Garnelenforum und Panzerwelten). Hier soll sich die Szene treffen und vernetzen und neue Interessenten für die Aquaristik gewinnen.

Vorträge: Referenten am Wirbellosen-Samstag sind u.a. Alexandra Behrendt, Friedrich Bitter, Andreas Karge, Werner Klotz, Chris Lukhaup sowie Monika Rademacher & Oliver Mengedoht.

caridina-Night: Am Samstagabend wollen wir mit Euch in einem nahegelegenen Lokal feiern. Hier wird bei Speis und Trank der caridina-Award 2012 verliehen. Es darf auch getanzt werden … Karten gibt es im Vorverkauf, ab 1. April 2012 unter www.caridina.eu/night und am Meeting-Point.

Caridina Award – Wähle Deinen Star der Wirbellosen-Szene
Es gibt auch Neues zum caridina-Award, der bei der caridina-Night am 12. Mai erstmals verliehen wird. Mit diesem Award soll eine Firma oder Persönlichkeit geehrt werden, die sich um die Interessen und Belange der Wirbellosen-Szene besonders verdient gemacht macht.

Messe Dortmund 2

Viele Bekannte trafen sich auch beim ersten Mal in Dortmund schon, hier Moni mit Thomas von der Heyde (Dähne-Verlag), Heike (www.Aqua-Szene.de) und Edwin Reitz (www.Aquanet-tv).

Dies können Personen sein, die durch wissenschaftliches Arbeiten neue Erkenntnisse zu Tage gefördert haben, die sich für die Artenvielfalt in der Natur oder in der Hobby-Aquaristik engagiert haben oder auch Personen, die das Hobby öffentlichkeitswirksam vertreten oder neue Impulse gegeben haben. Nominierbar sind auch Firmen, die durch innovative Produkte oder anderweitige Unterstützung geholfen haben, eine vielseitige und lebendige Szene zu etablieren und am Leben zu erhalten.

Jeder Wirbellosen-Freund ist aufgerufen, bis zu drei Namen (Personen oder Firmen) für den caridina-Award 2012 vorzuschlagen. Vorschläge (jede E-Mail-Adresse kann nur einmal teilnehmen) können bis zum 31. März 2012über die Webseite www.caridina.eu/caridina-award  eingereicht werden.

Die Auswahl des Preisträgers erfolgt durch eine Jury, die sich aus Redaktion und Beirat des Magazins caridina und Mitarbeitern des Dähne-Verlags zusammensetzt.

Unter allen Einsendern von Nominierungsvorschlägen verlost der Dähne-Verlag drei Exemplare des Buches „AQUASCAPE – Lebendige Kunstwerke“ der Creative Aquascape Union.

Denkt daran, wir wollen Euch ALLE sehen in Dortmund! ;-)

 

Neue Neosarmatium-Arten beschrieben

Filed under: Neues | Von: Oliver Mengedoht | Mittwoch, 29. Februar 2012 | 23:24
Neosarmatium africanum

Neosarmatium africanum

Es ist soweit: Seit heute heißen unsere Neosarmatium meinerti offiziell N. africanum. Im neuen Raffles Museum Bulletin of Zoology ist die Überarbeitung des N. meinerti-Komplexes erschienen. Darin haben RAGIONIERI et al. die lange als sehr weitverbreitete Art N. meinerti, die auch regelmäßig in deutschen Läden als „Spider crab“ auftaucht, in vier Arten aufgeteilt, wobei neben den drei neuen Arten auch N. fourmanoiri (Pazifik) zu diesem Artenkomplex gezählt werden müsse.

Die Art, die wir bisher hier hatten, heißt nun N. africanum, aber auch Importe von N. asiaticum wären denkbar. Die anderen drei „neuen“ Arten dürften aufgrund ihrer Herkunft kaum verbreitet werden.

N. africanum kommt in Ostafrika (Somalia bis Südafrika) einschließlich Nordwest-Madagaskar vor und ist unseres Wissens nach die bisher einzige oder zumindest am häufigsten importierte Art. N. meinerti von den Seychellen, Samoa, Rodrigues und Mauritius, dem westlichen Indischen Ozean dürfte so schnell nicht auf den Importlisten auftauchen. N. asiaticum kommt von Süd- bis Ost-Asien (Sri Lanka, Andamanen, Thailand und Taiwan bis Indonesien/Borneo) und ist daher mit Indien, Thailand und Borneo ein guter Kandidat für mögliche Importe, aus diesen Ländern werden ohnehin viele Krabben eingeführt. N. australiense ist nur in Nordwest-Australien (vom Gulf of Carpentaria bis zur Kimberly Coast) verbreitet und von diesem Kontinent wird bekanntlich nichts exportiert.

Von den genetischen Daten her gehöre wohl auch N. fourmanoiri (West-Pazifik: Guam, Fiji, Papua-Neuguinea, Neu-Kaledonien, Taiwan) zum N. meinerti-Komplex, heißt es in dem Paper weiter. Die Trennung zwischen den pan-afrikanischen Arten (N. meinerti und N. africanum) sowie N. asiaticum sei vor  rund 3,5 Millionen Jahren erfolgt, während sich N. asiaticum und N. australiense sich wohl zwischen 3,16 und 0,42 Millionen Jahren trennten. N. asiaticum und N. fourmanoiri separierten sich demnach vor 3,58 bis 0,42 Millionen Jahren und N. meinerti und N. africanum trennten sich untereinander erst vor 1,6 bis 1,96 Millionen Jahren voneinander.

N. meinerti species complex Carapace Morphologisches Hauptunterscheidungsmerkmal ist das Vorhandensein einer einzigen deutlichen Reihe von Tuberkeln (N. meinerti und N. africanum), einer doppelten Reihe von schwachen Tuberkeln (N. asiaticum) oder einer einzigen Reihe von schwach ausgeprägten Tuberkeln (N. australiense) auf der Innenseite der Schere (Palma). Auch die Ausprägung der Vorderen Seitendornen wird genannt. Zwischen N. africanum und N. meinerti könne man vor allem an dem Verhältnis der proximalen Breite des adulten sechsten Abdominalsomiten zur Breite des Telsons sowie dem Verhältnis von Telsonbreite zu -länge unterscheiden.

Unserer Meinung nach ist N. africanum am einfachsten an den „Püscheln“ auf der vorderen Carapaxhälfte zu identifizieren, die auch deutlich in der Artbeschreibung vermerkt werden („bearing short setae in tufts on anterior half“) und wohl so eindeutig im Artenkomplex sind.

Die Autoren erwähnen auch die Scherenfärbung als Merkmal, das sie aufmerksam werden ließ, dass es sich vielleicht doch nicht um eine einzige Art handelt: So wurden von N. meinerti aus Australien zwei Farbmorphen beschrieben, mit rot-orangen Scheren, bei denen die Scherenfinger distal zu gelb ausblassen, sowie gleichmäßig blass-gelben Scheren. In Ostasien schien die gelbe Variante viel häufiger zu sein, im Indischen Ozean hingegen die orange Variante.

Alles gar nicht so einfach!

Lapo RagionieriSara Fratini & Christoph D. Schubart (2012): Revision of the Neosarmatium meinerti species complex (Decapoda: Brachyura: Sesarmidae), with descriptions of three pseudocryptic Indo–West Pacific species. Raffles Museum Bulletin of Zoology 60 (1): 71–87

Gegen Verbot der Tierhaltung

Filed under: Neues | Von: Oliver Mengedoht | Montag, 27. Februar 2012 | 15:40
ePetition

Screenshot der ePetition

Mehrere sogenannte Tierschutzorganisationen kämpfen derzeit dafür, dass exotische Tiere nicht mehr gehalten werden dürfen. Als Exoten gelten dabei sämtliche Arten von Reptilien, Amphibien, Fischen, Vögeln, Katzen, Meerschweinchen und andere, die nicht in unseren Breitengraden vorkommen. Davon betroffen wären also nicht nur die meisten Nagetiere, sondern ebenso fast alle  (im Normalfall tropischen) Fische im Wohnzimmer und natürlich auch unsere Crustaceen. Dabei bedenken die vermeintlichen Tierschützer nicht, dass Interesse an der Natur mit solchen Tieren erst geweckt werden kann, dass sie durchaus artgerecht gehalten werden können und dass es manche Art ohne Terrarianer und Aquarianer gar nicht mehr geben würde. Es ist auch nicht durchdacht: Sollen zig Millionen Tiere in unseren Haushalten alle getötet werden?

Daher wurde eine ePetition beim Deutschen Bundestag eingereicht, die möglichst viele unterschreiben sollten: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition%3Bsa%3Ddetails%3Bpetition%3D22656.

Aqua-Fisch, die erste

Filed under: Neues | Von: Oliver Mengedoht | Dienstag, 21. Februar 2012 | 00:29
Moni am Dähne-Stand

Moni am Dähne-Stand

In diesem Jahr werden wir zum ersten Mal die Aqua-Fisch in Friedrichshafen besuchen. Wie es ausschaut, bringen wir auch noch Schmerli mit. Am Freitag werden wir Krabben aus Singapur an der Uni Regensburg abholen und dann Freunde in der Nähe von Friedrichshafen besuchen (und sicher einen netten Abend haben *g*), am Samstag, 10. März, sind wir dann auf der Messe.

Zwar haben wir von 11 bis 13 Uhr ein Beiratstreffen der Dähne-Süßwasser-Wirbellosen-Zeitschrift caridina und anschließend noch ein gemeinsames Essen, aber vorher (ca. 10 bis 10.30 Uhr) und vor allem hinterher (ab ca. 15 Uhr) werden wir am Dähne-Stand anzutreffen sein. Wenn jemand eine Widmung in seine Krabben-Fibel haben möchte, bekommt er die dann natürlich gerne. Aber wir freuen uns auch, einfach mit Euch ins Gespräch zu kommen.

Wir haben auch schon ein paar Verabredungen und freuen uns besonders, unsere ersten Schweizer Krabbenfreunde kennenzulernen, das Vergnügen hatten wir bisher nicht (die Österreicher hingegen konnten wir ja schon anstecken).

Also, wir freuen uns, möglichst viele von Euch dort zu treffen! ;-)

Ob wir Sonntag auch noch auf der Messe sind, wissen wir noch nicht.

Darwin Day

Filed under: Neues | Von: Oliver Mengedoht | Sonntag, 12. Februar 2012 | 12:47
Albuminpapierabzug einer 1868 von Julia Margaret Cameron angefertigten Fotografie

Albuminpapierabzug einer 1868 von Julia Margaret Cameron angefertigten Fotografie

Heute ist Darwin Day, die Wissenschaft und die Welt feiern Charles Darwins 203. Geburtstag, eine “Hommage an Darwins Beitrag zur Wissenschaft”, der erstmals 1995 begangen wurde. Wissenschaftliche Feiertage? Die Idee als Kontrapunkt zu den meist religiös motivierten Feiertagen gefällt uns gut, zumal er über die Grenzen von Ideologien, Volkstraditionen und Religionen hinweg international gefeiert werden kann, etwas Einigendes.

Umso wichtiger in einer Zeit, in der Kreationisten und andere religiöse Eiferer die Grundfesten von Evolution und Wissenschaft mit aller Macht und Intoleranz angehen und bewiesene Fakten mit Glauben anfechten, eine Beleidigung für den menschlichen Verstand. Einen interessanten Artikel dazu und über den Darwin-Fisch hat heute der Spiegel verfasst.

Grenzgänger, Teil 2

Filed under: Neues | Von: Oliver Mengedoht | Freitag, 10. Februar 2012 | 00:18

2012-02-AFM1-Mangrovenkrabben2-vorSo schaut sie aus, die neue Ausgabe vom AFM, in der unser zweiter Teil zu den Mangrovenkrabben erschienen ist. Das Heft ist jetzt im Handel erhältlich.

2012-02-AFM1-Mangrovenkrabben2-small

Wie bereits angekündigt haben wir darin viele weitere Mangrovenkrabben beschrieben und im Groben die Vermehrung, darunter Neosarmatium meinerti, Sesarmops intermedium, Chiromantes dehaani und Perisesarma huzardi, aber auch Metasesarma aubryi und M. obesum, Perisesarma dussumieri, Chiromantes angolense, aber vor allem auch die amerikanischen Sesarmidae, von denen unseres Wissens nach noch nie welche importiert wurden. Dabei sind diese Tiere hochinteressant mit ihren Anpassungen an das Land- oder Süßwasserleben!

 

Süßwasserkrabben, Teil 2

Filed under: Neues | Von: Oliver Mengedoht | Dienstag, 31. Januar 2012 | 23:57

Ja, die neue caridina ist endlich da – und enthält den zweiten Teil unserer Geschichte über aquatile Süßwasserkrabben.

Hier die komplette Inhaltsübersicht:

 

Acanthopotamon panningi. Foto: Oliver Mengedoht

Acanthopotamon panningi. Foto: Oliver Mengedoht

Monika Rademacher:  Die mit den Fischen tanzen. Teil II: Mittelgroße bis kleinbleibende Arten 

Bertram Wallach: Die Auswahl ist reichlich. Pflanzen für Wirbellosenaquarien

Hinz, Rohmeyer und Fischer: Ein „falscher“ Zwergflusskrebs. Beobachtungen an Orconectes nana

Uwe Werner: Garnelen als Leckerbissen. Die Arten der Gattung Macrobrachium enden oft auch im Kochtopf

Klaas Dederer: Brotia hainanensis. Eine südostasiatische Schnecke mit großer Verbreitung

Steckbrief: Grasgarnele

Friedrich Bitter: Auf der Spur des Tigers. An manch einer Zuchtform sind sie beteiligt, auch wenn das auf den ersten Blick nicht zu sehen ist

Ungeplanter Schnappschuss: Eine „Blue Pearl“-Zwerggarnele bei der Häutung

Dazu natürlich auch die Rubriken Editorial, News, Importe und Nachzuchten sowie Marktplatz.


1. caridina Wirbellosen-Meeting in Dortmund 11.-13. Mai 2012

Filed under: Neues | Von: Oliver Mengedoht | Freitag, 27. Januar 2012 | 14:55

Wirbellosen_Meeting

Schon letztes Jahr haben wir für den Dähne-Verlag in Dortmund einen Vortrag über Krabben gehalten und da nun die Zajac-Messe in Duisburg wegfällt, wollen wir zusammen Dortmund als neuen Treffpunkt für Wirbellosen-Interessierte etablieren. Warum?

Ganz einfach: Dortmund gehört genau wie Duisburg zum Großraum Ruhrgebiet, wo es viele Interessierte gibt. Es liegt innerhalb Deutschlands recht zentral und eine Veranstaltung im Jahr, wo sich alle aus der Szene mal treffen, ist einfach schön. Sowas wurde von Crusta10 dann und wann versucht (u.a. im Mai 2009 in Stuttgart-Zuffenhausen mit uns), aber nicht regelmäßig genug und an wechselnden Orten.

Auch wir werden in Dortmund sein, einen Vortrag halten (sogar ein Infostand ist geplant) und über die Brachyura informieren. Zusammen mit dem Dähne-Verlag mit seiner Süßwasser-Wirbellosenzeitschrift caridina und anderen Beteiligten wollen wir Dortmund zu einem großen jährlichen Wirbellosentreff ausbauen! Mit Euch!

 

Hier noch der “offizielle” Text – wir freuen uns schon auf Euch! :-)

1. caridina Wirbellosen-Meeting 11.- 13. Mai 2012, Dortmund

Wirbellosen-Ausstellung mit mehr als 40 Aquarien Fachvorträge von anerkannten Spezialisten Meetingpoint für die ganze Szene Präsentation von Foren und Vereinen caridina-Night Verleihung des caridina-Award 2012

Messe Hund & Heimtier, Westfalenhallen Dortmund Eine Veranstaltung in Kooperation mit TMS Event

Wirbellosen-Szene 2012 Die deutschsprachige Wirbellosen-Szene ist in den vergangenen Jahren groß und vielfältig geworden. Viele neue Interessenten konnten für unser Hobby gewonnen werden. Handel und Industrie begleiten und unterstützen diese Bewegung mit innovativen Produkten und vielfältiger Unterstützung. Zahlreiche Bücher und Magazinbeiträge sind inzwischen am Markt verfügbar und in zahlreichen Foren und Vereinen wird der Informationsaustausch gepflegt.

caridina Das Magazin schiebt seit 2006 den Trend zur Wirbellosen-Aquaristik maßgeblich an und versorgt die Szene mit News, Tipps und Informationen. Die Macher des Magazins schaffen (in einer sich stark zersplitternden Hobby-Szene) eine gemeinsame fachliche und kommunikative Plattform.

Warum dieses Meeting? Die Szene braucht ein gemeinsames Dach, Begegnung und Austausch zwischen den verschiedenen Gruppen, dem Handel und der Industrie. Wir wollen unser Hobby gemeinsam weiterentwickeln und neue Interessenten gewinnen. Dafür müssen wir Kräfte bündeln und Netzwerke knüpfen. Statt übereinander wollen wir miteinander reden, neue Leute (Messebesucher) für die Aquaristik gewinnen und uns fachlich fundiert informieren.

Begegnung und Austausch Fachvorträge mit herausragenden Referenten Messe mit Technik, Zubehör, Pflanzen und Tieren Spaß und Unterhaltung

Fachmesse Der Messeveranstalter TMS gibt dieser Messe ein deutliches aquaristisches Profil und lädt alle renommierten Aussteller aus Handel und Industrie zur Teilnahme ein.

Meeting-Point* Auf einer Aktionsfläche werden sich Vereine und Foren mit Infoständen präsentieren. Hier kann man sich treffen, klönen und was trinken. Dieser Bereich ist nur für registrierte Besucher des Meetings zugänglich.

Ausstellung Auf der Fläche des Meeting-Point und in einer gesonderten Ausstellung soll die faszinierende Vielfalt der Wirbellosen-Aquaristik deutlich werden. Becken werden von der Industrie gesponsert – die Gestaltung und Beratung übernehmen ehrenamtliche Mitarbeiter aus den beteiligten Foren und Vereinen.

Vorträge Während der gesamten Messe gibt es ein qualitativ hochwertiges Vortragsprogramm. Der Samstag (12. Mai) steht dabei ganz im Zeichen der Wirbellosen.

caridina-Night Am Samstagabend treffen wir uns in einem nahegelegenen Hotel zum Feiern. Hier wird der caridina-Award 2012 verliehen und bei Speis und Trank gefeiert. Es darf auch getanzt werden … Karten gibt es im Vorverkauf und am Meeting-Point.

* Vereine und Foren sind aufgerufen sich innerhalb des Meeting-Point mit einem Infostand zu präsentieren. Standfläche und Eintrittskarten (je Gruppe vier Ausstellerausweise) sind kostenfrei enthalten. Einzelpersonen, die bei der Betreuung und Versorgung der Besucher ehrenamtlich mitarbeiten, erhalten zusätzlich eine tägliche Aufwandsentschädigung in Höhe von € 150,- sowie freien Eintritt zur caridina-Night.

Rückmeldungen bitte bis 29.02.2012 an Thomas von der Heyde, Dähne Verlag (t.vdheyde@daehne.de)

 

Nudeltopfkrabben suchen Zuhause

Filed under: Neues | Von: Oliver Mengedoht | Donnerstag, 29. Dezember 2011 | 22:44
Spinnenkrabbe

Noch nicht identifizierte Majoidea

Einige hochinteressante Meerwasser-Krabben für Spezialisten sind bei Welke in Lünen eingetroffen, darunter ein Pärchen dieser noch nicht eindeutig bestimmten “Spinnenkrabben” (Majoidea) oben, die sich im Boden vergraben und friedlich sein sollen, aber sehr groß, wie auch die…

Thalamita sp.

Thalamita sp.

…Thalamita sp., eine mit 5-6 cm Panzerbreite ebenfalls für uns schon zu große räuberische Schwimmkrabbe. Mehr Infos zu den Tieren im Forum!

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