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Interzoo Nürnberg 2010

Filed under: Neues | Von: Oliver Mengedoht | Montag, 17. Mai 2010 | 12:25

Die zweijährlich stattfindende Interzoo in Nürnberg war nicht nur Anlass für die Verleihung des “Dennerle Nano Awards”, sondern auch für ein Treffen des caridina-Redaktionsbeirats und des Crusta10-Teams. Wir haben Euch einige Bilder mitgebracht. ;)

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Einsiedlerkrebse sozialer als gedacht

Filed under: Neues | Von: Oliver Mengedoht | Freitag, 7. Mai 2010 | 00:37

Ein bisher unbekanntes Gruppenverhalten bei Einsiedlerkrebsen hat eine Forschergruppe an der Tufts University’s School of Arts and Sciences und von „New England Aquarium“ entdeckt: Mit einem Ringtausch bekommt jeder Krebs in einer sortierten Warteschlange das Schneckenhaus des jeweils nächstgrößeren.

Coenobita clypeatus. Foto: Mengedoht

Die Wissenschaftler um Biologieprofessorin Sara Lewis und Co-Autorin Randi Rotjan haben Feldstudien, Laborexperimente und Computermodelle genutzt, um überraschende Tricks zu entdecken, die den Einsiedlerkrebsen dabei helfen, entgegen ihrem Namen manchmal die besten Häuser zu finden, wenn sie sich zusammentun. Das Ergebnis wurde jetzt in der Mai/Juni-Ausgabe des Journals „Behavioural Ecology“ veröffentlicht.

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Einsiedlerkrebse haben generell einen ungewöhnlichen Lebensstil, denn sie müssen ihren weichen, ungepanzerten Hinterleib in einem leeren Schneckenhäuschen schützen. Wenn sie wachsen, müssen sie natürlich auch regelmäßig diese Behausungen mitwechseln. „Einsiedlerkrebse sind wirklich wählerisch in Sachen Immobilien, weil sie ständig auf den Markt für Häuser zurückgeworfen werden“, erklärte Rotjan, Leiterin des Forschungsteams. Oft gibt es aber nicht genug Gehäuse am Strand und so sieht man insbesondere die Landeinsiedlerkrebse der Gattung Coenobita auch mit Cola-Dosen, Flaschen oder anderen künstlichen Gegenständen als Ersatz herumlaufen – „es ist erbärmlich“.

Die "Warteschlange" der Coenobita clypeatus im Labor

Die amerikanischen Forscher fanden nun heraus, dass eine Strategie des sozialen Netzwerkens den Krebstieren hilft, geeignete neue Häuser zu finden. Man nennt es die synchrone Vakanz-Kette. Wenn ein neues Schneckenhaus verfügbar wird, versammeln sich die Krebse um dieses herum und bilden eine Schlange vom größten bis zum kleinsten.

C. clypeartus wechselt sein Häuschen. Foto: Mengedoht

Wenn ein Coenobita clypeatus ein zu großes Häuschen entdeckt, wartet er, bis sich eine Gruppe bildet. Dann beginnt das Spiel des Sortierens, wobei die Krebse oft huckepack auf den nächst größeren klettern. „Sie verbringen Stunden in der Schlange, doch dann wird in Sekundenschnelle die Kette ausgelöst wie eine Reihe von Dominosteinen“, erklärt Rotjan. Computermodelle mit virtuellen Krebsen zeigten den Wissenschaftlern, dass die synchrone Vakanz-Kette nicht nur von der Krebsdichte abhängt, sondern auch davon, wie lange ein Tier bereit ist, neben einer ungeeigneten Schale zu warten.

Rotjan RD, Chabot JR, Lewis SM, 2010. Social context of shell acquisition in Coenobita clypeatus hermitcrabs. Behav. Ecol. 19: 10.1093/beheco/arq027, online unter: http://beheco.oxfordjournals.org/cgi/content/full/21/3/639

Missglückte Häutung

Filed under: Neues | Von: Oliver Mengedoht | Samstag, 1. Mai 2010 | 23:01

Wir hatten einst ein Pärchen “Harlekinkrabben” gekauft, weil wir die Vermutung hatten, es seien Cardisoma guanhumi aus Amerika und nicht Cardisoma armatum aus Westafrika. Eine Exuvie hatten wir bisher leider nicht zu Gesicht bekommen, dabei kann man dieArten nur an den Geschlechtsteilen unterscheiden (und am lebenden Tier ist das sonst schwierig zu sehen). Das Männchen hatten wir vor Monaten separiert, da es eine Schere und einige Beinchen verloren hatte und sich in Ruhe regenerieren können sollte – leider hat es jetzt seine Häutung nicht überlebt.

Das Männchen hat sich erfolgreich gehäutet und auch die Schere nachgebildet, ist aber leider anscheinend verstorben. Irgendetwas ging also bei dieser Häutung leider trotzdem schief. Allerdings konnte ich dadurch die Gonopoden untersuchen: Eindeutig C. armatum, keine C. guanhumi.

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