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Discoplax hirtipes sind zwei Arten

Filed under: Neues | Von: Oliver Mengedoht | Donnerstag, 12. April 2012 | 01:30
Die neue Art Discoplax celeste. Foto: Peter Ng & Peter Davie/The Raffles Museum of Biodiversity Research

Die neue Art Discoplax celeste. Foto: Peter Ng & Peter Davie/The Raffles Museum of Biodiversity Research

Die Blaue Krabbe der Weihnachtsinsel, Discoplax hirtipes (Dana, 1851) wurde jetzt von Peter Ng (Singapur) und Peter Davie (Australien) als eigene Art erkannt und beschrieben: Sie heißt nun Discoplax celeste (Ng & Davie, 2012). Neben dem einmaligen blau der erwachsenen Tiere könne die neue Art auch durch Merkmale des Panzers, des männlichen Abdomens und der 1. Gonopoden unterschieden werden, schreiben die beiden Krabbenforscher im Raffles Bulletin of Zoology. Um den taxonomischen Status von D. hirtipes zu stabilisieren, haben sie einen Neotypus von den Fidschis bestimmt. Ein einzelnes Taxon des östlichen Indischen Ozeans, Discoplax aff. hirtipes, verbreitet auf den Andamanen-Inseln, den Nikobaren und West-Sumatra, werde in kleiner Zahl auch auf der Weihnachtsinsel gefunden.

Die zu Australien gehörende Insel ist vor allem für die Roten Landkrabben (Gecarcoidea natalis) bekannt, die alljährlich zu Millionen ihre große Wanderung zur Küste abhalten, wo sie sich vermehren. Unter Carcinologen war auch die endemische “Blaue Krabbe” gut bekannt, bisher jedoch als Farbvariante der weitverbreiteten Discoplax hirtipes. Als erstes wurde diese übrigens falsch als Cardisoma carnifex beschrieben, von der sie sich aber eben doch durch für den Laien Kleinigkeiten unterscheidet. Andrews schrieb 1900, dass die Art immer in der Nähe von Süßwasser gefunden wurde und in tiefen Löchern an den Seiten und Böden der Bäche lebe, aquatischer als G. natalis. Außerdem ist diese Krabbe vor allem in den 50er Jahren viel stärker als Nahrung durch Menschen gesammelt worden, schreiben andere Autoren, weswegen sie 1980 geschützt wurden.

Die neue Art Discoplax celeste (oben) zusammen mit einem Exemplar von Discoplax aff. hirtipes, wie sie auch auf den Andamanen und Nikobaren vorkommt. Beide haben etwa 8 cm Carapaxbreite und wurden in der Waterfall Bay auf Christmas Island aufgenommen. Foto: Heok Hui Tan

Die neue Art Discoplax celeste (oben) zusammen mit einem Exemplar von Discoplax aff. hirtipes, wie sie auch auf den Andamanen und Nikobaren vorkommt. Beide haben etwa 8 cm Carapaxbreite und wurden in der Waterfall Bay auf Christmas Island aufgenommen. Foto: Heok Hui Tan

Ng und Davie erwähnen, dass schon Tweedie 1947 Alcock zitiert habe, wonach die Tiere von den den Andamanen und Nikobaren dunkel-lila mit hell-kaminroten Scheren seien, wohingegen Exemplare von Christmas Island hellblau mit Scherenarmen von heller Hornfarbe gefärbt seien. Tweedie hatte da schon gemutmaßt, es könne eine eigene Art sein.

Ng und Hsi-Teh Shih (Taiwan) unterziehen derzeit die Gattung Discoplax ohnehin einer Revision mit morphologischen und genetischen Merkmalen, doch “ist es unwahrscheinlich, dass diese in naher Zukunft fertig wird, weil viele Arten beteiligt und genetische Proben von einer weiten Reihe von Lokalitäten nötig sind”, heißt es weiter. Gleichwohl wurden bereits genetische Sequenzen untersucht, die den Status der eigenen neuen Art festigen, was ihr fortführendes Bedürfnis nach Schutz nur unterstreiche. Turner hatte 2011 nur “wenige Jungtiere” gefunden. Daher wurde die Beschreibung der neuen D. celeste vorgezogen und nicht die Revision der gesamten Gattung abgewartet.

Der Name kommt vom französischen celeste für Himmel und bezieht sich auf die himmelblaue Färbung. Die soll spätestens ab einer Carapaxbreite von 5 cm gut zu unterscheiden sein.

Die Wissenschaftlergruppe hat während ihres Aufenthalts übrigens auch noch zwei neue Orcovita-Arten (“Püschelkrabben”) gefunden und beschrieben, siehe Raffles Museum News.

Peter K.L. Ng & Peter J. F. Davie (2012): The blue crab of Christmas Island, Discoplax celeste, new species (Crustacea: Decapoda: Brachyura: Gecarcinidae). Raffles Bulletin of Zoology 60 (1):89-100.

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