
Scopimera philippinensis im Habitat. Foto: D. K. H. Lo
Zwei neue Arten der Gattung Scopimera beschreiben Kingsley Wong, Hsi-Te Shih und Benny Chan aus Nord-China und von den Philippinen: Scopimera sheni aus Qingdao ist die vierte Art der Gattung aus Nord-China, S. philippinensis ist hingegen die erste bekannte Spezies von der Inselgruppe. Die Krabben der Gattung Scopimera bilden zusammen mit Dotilla (auch “Soldatenkrabben”) die “Sand bubbler crabs”, auf deutsch etwa Sandperlenkrabben, wegen der Sandkügelchen, die sie beim Fressen zurücklassen. Zur Familie Dotillidae gehören noch die Gattungen Dotilloplax, Dotillopsis, Ilyoplax, Potamocypoda, Pseudogelasimus, Shenius und Tmethypocoelis, mehrere Gattungen sind derzeit in Revision und werden in mehrere neue Gattungen aufgeteilt, haben Peter Davie, Takeharu Kosuge, Peter Ng und Michael Türkay angekündigt.
“Schenkel mit Fenstern” bedeutet der Gattungsname Scopimera, und er bezieht sich auf die Tympana, große Mebranscheiben, welche diese Tiere an den Beinen tragen. Die rundlichen, kleinen (Carapaxbreite höchstens 1 cm) Krabben kommen in großen Populationen an den tropischen und subtropischen Stränden des Indo-Pazifik vor. Ähnlich wie Winkerkrabben verbringen sie die Flut in kleinen Bauten im Sand, die eine Luftblase einschließen, damit sie nicht ertrinken. Bei Ebbe werden sie aktiv, kommen heraus und suchen nach Futter.

Die neue nord-chinesische Art Scopimera shen.
Ein einzigartiges Merkmal dieser Krabben sind die Membranscheiben an den Beinen (bei Dotilla auf der Sternalplatte), von denen Aurivillius 1893 annahm, sie dienten dem Hören. David P. Maitland schrieb 1986 in “Nature”, dass es Atmungsorgane seien, welche den Gasaustausch ermöglichen. So nannte er die Mebranen Tympana, lateinisch für Gasfenster.
S. sheni, gelblich-grau mit beige Flecken auf dem Panzer, gelblich-weißlichen Scheren und braun gebänderten Laufbeinen, wurde nach Dr. Jia-Rui Shen benannt wegen seiner Pionierleistungen bei der Erforschung der Brachyura (Kurzschwanzkrebse, Krabben) Chinas. Die Art könnte in Qingdao endemisch sein, doch sollen noch angrenzende Küsten Nord-Chinas untersucht werden. In Sammlungen aus Japan wurde sie jedenfalls nicht gefunden.
S. phillipinensis, gräulich-braun mit rötlichem Rückenschild und Gliedmaßen mit dunklen Flecken, ist nach ihrer Typuslokalität benannt. Auf der Insel Panay lebte die Art auf dem Strand rund um Mündungen kleiner Bäche, oft in Verbindung mit verschmutztem Wasser. Die Geisterkrabbe Ocypode ceratophthalmus kam sympatrisch vor. Dass bisher in der Gegend noch keine Scopimera gefunden wurde, erscheint Wong erstaunlich angesichts dessen, dass die Region als eine mit der höchsten Artenvielfalt mariner Spezies in der ganzen Welt bekannt ist. Außerdem sind auch mehrere andere Arten aus der Familie Dotillidae verzeichnet.
Die Forscher aus China und Taiwan veröffentlichten mit ihrem Paper auch gleich einen Schlüssel für die “Normalform”-Scopimera.
Kingsley J. H. Wong, Hsi-Te Shih & Benny K. K. Chan (2011): Two new species of sand-bubbler crabs, Scopimera, from North China and the Phillipines. Zootaxa 2962: 21-35.