PANZERWELTEN-FORUM

Normale Version: Fuerteventura: Krabenhabitat Flachwasser
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Hallo liebe Forengemeinde,

nachdem ich in den 2 Wochen vor Weihnachten inventurbedingt sehr wenig im Forum unterwegs war (6.800.000 Artikel wollten gezählt werden …) und ich danach einige Tage mit einer Familie ohne eine Internetanbindung unterwegs war, bin ich nun auf Fuerteventura angekommen und möchte euch die hiesigen Krabbenhabitate vorstellen.

Fuerteventura ist eine der kanarischen Inseln und besteht aus Lavagestein, da diese Inseln vor mehreren Tausend Jahren durch vulkanische Aktivität entstanden sind. Da Fuerteventura keine hohen Berge hat, ziehen die Wolken meist darüber weg und es regnet sehr sehr wenig. Infolgedessen ist die gesamte Vegetation als sehr karg zu bezeichnen und es gibt kaum Süßwasser auf der Insel.
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Das dürfte einer der Gründe dafür sein, dass es Krabben hier im wesentlichen nur an der Küste gibt. Insofern kommen hier nur Meerwasserkrabben vor.

Anfangen möchte ich mit den Flachwasserhabitaten. Die sind sehr vielfältig vorhanden, anbei mal diverse Fotos, wie es dort aussieht:
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Es ist immer sehr steinig und häufig sind auch noch große Flächen an Lavagestein vorhanden, das teils bizarre Formen beim Erkalten angenommen hat und durch seine poröse Oberfläche vielfältige Unterschlupfmöglichkeiten anbietet.
In diesen Flachwassertümpeln, bzw. zwischen den Steinen habe ich bisher im Wesentlichen 3 Arten gefunden. Hier sind die Bilder einer farblich sehr variablen Art, die sehr ähnlich zu Pachygrapsus marmoratus ist, aber eine abweichende Panzerform hat (wesentlich trapezförmigerer Körper) :

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Daneben habe ich auch Xanthiden gefunden:

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Und jetzt kommt ein neuer Post, weil die maximal Anzahl der Attachments erreicht ist ;-)
Und schließlich auch eine Art, deren Namen ich derzeit nicht erinnern kann, die aber häufig im Meerwasserhandel zu bekommen ist (irgendwas mit "gibbiceps" hinten):
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Neben den Krabben leben natürlich noch mehr Lebewesen dort, wie z.B. diese:
Quallen:
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Garnelen (Palemon sp.)
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Seeigel:
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Anemonen???
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Grundeln:
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Die Grundeln sind sehr neugierig, steckt man die Kamera ins Wasser, so kommen sie langsam näher um das fremde Objekt zu begutachten. Grundeln findet man auch noch in der kleinsten Pfütze und teils sogar nur unter Steinen. Ich vermute, dass sie unter anderem den Jungkrabben nachstellen.

Außerhalb des Wassers gibt es diverse Vögel, die hier Futter suchen, wie z.B. diese schnepfenähnliche Art.
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Mit ihrem gebogenen Schnabel kann sie gut unter die Steine fassen und nach Garnelen und Krabben suchen.
Die Krabben findet man vornehmlich in kleinen Gezeitenpools oder aber unter Steinen, wo es feucht ist. In größeren Gezeitenpools findet man sie nur sehr selten, was damit zusammen hängen kann, dass dort auch größere Fische vorhanden sind.

Die o.g. Krabben sieht man normalerweise nicht. Aufgrund des Feinddrucks leben sie sehr versteckt und man sieht sie eigentlich nie. Außer man dreht Steine um ;-)

Das war eine Ausbeute von 2,5 Tagen, wobei ich euch die Klippenkrabben noch vorstellen möchte, aber die gehören in ein anderes Habitat. Und jetzt wird es erstmal Zeit, Sylvester zu feiern.
Euch allen noch Viel Spaß und bis bald.
Hallo Püffi

Zitat:Und schließlich auch eine Art, deren Namen ich derzeit nicht erinnern kann, die aber häufig im Meerwasserhandel zu bekommen ist (irgendwas mit "gibbiceps" hinten):

Percnon gibbesi heißen die, sehr tolle Pfleglinge im Meerwasseraquarium!

Tolle Bilder, schöner Bericht!Zustimm


MfG Torsten

Echt tolle Tiere die du da vor die Linse bekommen hast.
Die Erste kommt mir etwas bekannt vor, die hat ähnlichkeit mit der die ich in Griechenland gesehen habe.
Mensch Püffi, ist ja schön, dass Du schon reichlich Beute gemacht hast. Die Pachygrapsus sind P. transversus (Gibbes, 1850).

Marwin: In Griechenland hast Du P. marmoratus gesehen. Zwei Dorne hinter dem Exorbitalzahn, nicht nur einer.

Ja, Percnon gibbesi oder P. planissimum – wenn es denn zwei Arten sind (die Wissenschaft ist uneins, ich tendiere anhand des deutlich unterschiedlichen Farbmusters dafür).

Die "Anemone" ist eine Wachsrose, Anemonia viridis.

Ja, Grundeln in der Bretagne haben wir auch im Nassen unter Steinen gefunden, nicht in Pfützen. Hat uns auch gewundert.


Viiiiieeeel Spaß und Erholung dort noch! Icon_wink
Hallo Ihr Smile

Percnon gibbesi wars also. Sehr schön Ollie! Und mit Pachyrapsus lag ich dann ja auch richtig Icon_mrgreen

Apropos percnon ..die habe ich gestern beim Schnorcheln auch gesehen. Hier mal ein Bild, wo die Percnon eigentlich unter Wasser ist, aber wenn sich das Wasser für die nächste Welle zurückzieht, so war sie ganz kurz außerhalb des Wassers:
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Es geht also um das Tier weiter unten und nicht um die Klippenkrabbe ;-)

In den Flachwasserbereichen habe ich auch noch andere Wesen gefunden. Anders kann ich das nicht bezeichnen ;-)
Aber seht selbst:
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Ich habe noch ein paar Videos, unter anderen von einer stark nesselnden Qualle, die ich auch in den Gezeitentümpeln gefunden habe, auch wenn die da eher unfreiwillig war. Man kann aber sehr schön die Pumpbewegungen sehen.

Von diesen Quallen habe ich bei meinem Schnorchelversuch mehrere Hundert gesehen. Leider alle in meiner Nähe. Der Taucher der das Schnorcheln begleitet hat, hat den Schnorchelgang dann abgebrochen, weil es einfach zu viele waren. Ich bin mehrfach genesselt worden (trotz eines Ganzkörperanzuges), an Hals und Fuß. War recht heftig, hat aber keine bleibenden Schäden hinterlassen ;-)
Da hat der Quallen-Püffi einen Seehasen erwischt, oder? Icon_wink
So sieht ein Seehase aus? Echt?
Ja, sollte wirklich ein Seehase seinIcon_wink
Schau Dir mal den ersten im MW-Lex an: http://www.meerwasser-lexikon.de/kategorie/72.html (wobei nur das neuste Bild dort, und damit das Vorschaubild, Deinem entspricht. Die Verbreitung Austr. & co. und die beiden anderen Fotos dort sprechen dafür, dass dieses Foto, welches Deinem Seehasen entspricht, falsch eingestellt wurde – aber es gibt schonmal einen Anhalt).
Das sieht wirklich sehr ähnlich aus Smile Cool ... . Danke!
Hallo
Einfach tolle Fotos.
Lg Sylvia
Sorry les das erst jetzt grad -
das ist auf jeden Fall eine Aplysia spec.