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Neues Paludarium - mit einem Problem - Druckversion

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Neues Paludarium - mit einem Problem - Duvinya - Monday, 15. December 2008

Hallo liebe Krabblerfreunde,

mein Mann und ich sind einigen Jahren große Garnelenfans. Seit ein paar Monaten haben wir mit dem Gedanken gespielt uns auch mit Krabben zu beschäftigen und uns für Vampirkrabben entschieden.

Dass die Idee schließlich auch in die Tat umgesetzt wurde, resultiert aus vielen Stunden ausgiebiger Stöberei in diesem Forum.

Zunächst einmal ein dickes Danke für die vielen hilfreichen Beiträge hier.

Wir hatten zwei 60l Becken außer Betrieb, damit war die Grundlage für das Unternehmen schon mal vorhanden. Ich habe die Bauanleitung von Püffi als Basis genommen, mit ein paar anderen Anregungen gemixt und in einem der Becken umgesetzt.

Herausgekommen ist dabei das hier:

[Bild: krabbenbecken2.jpg]

Nach der Einrichtung des Paludariums haben wir 3 Pärchen Vampirkrabben eingesetzt. Da wir leider keine Tiere von einem Züchter bekommen konnten, habe ich sie bei einem Importeur gekauft.

Leider haben zwei Männchen die ersten beiden Tage nicht überlebt, ich vermute Stress als Ursache. An den Pflanzen kann es wohl nicht gelegen haben. Die Wasserpflanzen stammen aus unseren Aquarien, die Landpflanzen wurden 10 Tage gewässert. Eines der Tiere hing schon ganz komisch mit angezogenen Beinen in der Transportdose, als wir sie ins Becken entlassen wollten, von festhalten oder krabbeln keine Spur.

Den anderen Tieren geht es bisher gut. Nach knapp 2 Wochen Eingewöhnungszeit lassen sie sich nun auch tagsüber sehen, futtern fleißig und buddeln teilweise. Im Wasserteil krabbeln noch ein paar Red-Fire-Garnelen - bislang unbehelligt.

Nun haben wir ein Problem der ganz andern Art. Der Landteil fing nach ein paar Tagen an zu versumpfen und schön langsam bilden sich im unteren Abschnitt des Landteils Pfützen ... steigende Tendenz mit wachsender Geschwindigkeit. Über Nacht sinkt der Wasserspiegel mittlerweile bis zu 1 cm, die ersten Tage war das nicht der Fall.

Es gibt keine direkte Verbindung zwischen Wasser- und Landteil etwa durch Pflanzenwurzeln oder Humus.

Vor der Befüllung des Landteiles habe ich alles auf Dichtigkeit geprüft. Ich dachte, wenn der Wasserteil voll und die andere Seite leer ist, sollte eine undichte Stelle sichtbar werden wenn das Becken über Nacht so steht. Es war am anderen Morgen im Landteil pulvertrocken.

Die Glasscheiben für die Unterteilung und die Terrasse über dem Wasserteil habe ich mit Silikon bestrichen und mit Aquariensand bestreut bevor ich sie ins Aquarium eingeklebt habe, auf beiden Seiten und auch auf der oberen Kante. Ich wollte keine nackte Scheibe irgendwo sichtbar lassen.

Was mich nun überrascht: die Trennscheibe auf der Wasserseite oberhalb des Wasserspiegels ist bis zur Kante hinauf richtig nass, obwohl der Wasserspiegel mindestens 2 cm tiefer liegt. Im Moment sind es ca. 4 cm ... und die Fläche ist immer noch nass bis oben hin. An der Terrasse, die mit dem Boden knapp unter die Wasserlinie reicht (derzeit nicht mehr), steigt ebenfalls Feuchtigkeit auf, und das Teil ist immerhin 6 cm hoch - ist auf dem Foto auch zu erkennen.

Kann der aufgeklebte Sand tatsächlich Wasser in dem beschriebenen Umfang nach oben ziehen und in den Landteil leiten?

Kann es sein, dass Sandkörnchen, die sich in der Silikonnaht befinden (da ich die Scheiben vor dem Einkleben beschichtet hatte), eine Kapillarwirkung haben und die Silikonnähte zunehmend undicht machen?

Der zweite Punkt läßt sich ggf. vermeiden, wenn ich die Beschichtung nach dem Einkleben vornehme. Wenn aber der Sand tatsächlich Wasser über die Kante leiten kann, welches Material eignet sich dann für die Beschichtung der Scheiben? In unseren Garnelenbecken verwenden wir Edelbasalt als Bodengrund, keine Ahnung ob es damit ähnlich wäre. Für den Wasserteil des Paludariums wollte ich allerdings gerne etwas helleres haben, da es durch die Terrasse teilweise ohnehin dunkler ist.

Ich würde es schön finden, wenn die Rampe aus dem gleichen Material besteht wie der Bodengrund im Wasserteil. Die Krabben kommen mit der Konstruktion wunderbar klar. Die Beschichtung ist so griffig, dass ich heute ein Tier beobachten konnte, wie es an der senkrechten Wand der Terrasse hockte bzw. rumkrabbelte.

So schön es gedacht war, so wird das nichts. Ich möchte nun das zweite Leerbecken schnellst möglich zum Paludarium umbauen und die Tiere umsetzen, da die Fehlerbehebung sicher einen größeren Umfang annehmen würde.

Ich bin für jeden guten Rat dankbar, wie ich das bestehende Problem lösen bzw. vermeiden kann.

Ausserdem weiß ich noch nicht so richtig, wie man Krabben an besten aus einem Becken herausfangen kann - möglichst stressfrei für Tiere und Halter. Im Garnelenfangen sind wir ganz gut, aber mit Krabben haben wir bisher keine Erfahrung.

Liebe Grüße,
Angelika


RE: Neues Paludarium - mit einem Problem - Moni Rademacher - Monday, 15. December 2008

Hallo Angelika,
freut mich natürlich ungemein, dass dieses Forum dazu beitragen konnte euch zur Anschaffung von Krabben zu motivieren Smile
Fühle dich herzlich willkommen hier. Smile

Nun zu deiner geschilderten Problematik der Versumpfung in der Landzone

Zitat:Was mich nun überrascht: die Trennscheibe auf der Wasserseite oberhalb des Wasserspiegels ist bis zur Kante hinauf richtig nass, obwohl der Wasserspiegel mindestens 2 cm tiefer liegt. Im Moment sind es ca. 4 cm ... und die Fläche ist immer noch nass bis oben hin. An der Terrasse, die mit dem Boden knapp unter die Wasserlinie reicht (derzeit nicht mehr), steigt ebenfalls Feuchtigkeit auf, und das Teil ist immerhin 6 cm hoch - ist auf dem Foto auch zu erkennen.

Kann der aufgeklebte Sand tatsächlich Wasser in dem beschriebenen Umfang nach oben ziehen und in den Landteil leiten?

*nickt* kann er, damit habt ihr eine stabile Dauerbrücke für einen Wassertransport geschaffen.
Vermeiden könntest du es nur, wenn du die Oberkante der Trennscheibe nicht mit Sand beklebst und somit eine klare Unterbrechung in die Beschichtung einbringst. Du hättest somit einen etwa 4mm breiten Streifen, der nur nacktes Glas zeigt, aber ich bin überzeugt, das dieser schmale Streifen optisch nicht wirklich auffallen würde.
Alternativ zu diesem Lösungsansatz könntest du als Beschichtungsmaterial auch etwas aus Kunststoff nehmen, beispielsweise Streifen einer entsprechend zugeschnittenen Aquariumrückwand, die dürfte m.E. nicht saugen und könnte somit auch keinen Kapillareffekt auslösen.

Traurig natürlich, dass ihr direkt zu Anfang schon zwei Ausfälle hattet, hier würde ich, ensprechend deiner Schilderung ebenfalls annehmen, dass die Tiere entweder schon durch den Transport oder die Zwischenhälterung beim Importeur und anschließend beim Händler überstresst waren, oder aber möglicherweise in anderer Form vorgeschädigt waren. Schön ist immerhin, dass sich zumindest die anderen Krabben augenscheinlich gut eingelebt haben.

Zum Einfangen der Tiere:
Am wenigsten stressig ist es für Tier und Halter, wenn man hier mit einem kleinen Becher oder Glas arbeitet. Erst die Krabbe klokalisieren, dann das kleine Gefäß seitlich neben das Tier in die wagerechte legen und sich mit der Hand langsam der Krabbe von der anderen Seite her nähern. Das Tier wird versuchen, der sich nähernden Hand auszuweichen und so zwangsläufig in das Gefäß ausweichen. So kannst du sie dann herausheben und mit zugehaltener Öffnung in das nächste becken transportieren. Im neuen Becken nun das Gefäß einfach wieder in die waagerechte auf Land legen, so dass die Krabbe aussteigen kann.


RE: Neues Paludarium - mit einem Problem - Duvinya - Tuesday, 16. December 2008

Hallo Moni,

Danke für die schnelle Antwort. Dann kann ich ja die Ärmel hochkrempeln und loslegen :biggrin

Ich werde im neue Becken deinen Vorschlag nehmen, die Sandbeschichtung auf der Kante wegzulassen.

Die Terrasse setze ich höher, den Boden bündig mit der Oberkante der Trennscheibe. Sie schwebt dann halt ein Stück über dem Wasserspiegel - sollte eigentlich aussehen wie eine Halbinsel, aber egal. Dadurch können die Krabben zwar nicht mehr direkt aus dem Wasser da raufkrabbeln, so wie sie es jetzt machen, aber wenn die Bacopa im Wasserteil erst mal über die Wasseroberfläche rausgewachsen ist, passt das wieder, sowohl optisch wie auch für die Tiere. Es ist schon faszinierend, wo und wie sie überall rumturnen.

Noch mal Danke,

LG Angelika


RE: Neues Paludarium - mit einem Problem - Moni Rademacher - Wednesday, 14. January 2009

Hallo Angelika,
wie bist du mit dem Aufbau nun zurechtgekommen, hat sich das Problem der Durchnässung lösen lassen?


RE: Neues Paludarium - mit einem Problem - Duvinya - Thursday, 15. January 2009

Hallo Moni,

ja, das Problem ist gelöst, du hast mir mit deiner Antwort sehr geholfen.

Die Ursache für den entstandenen Sumpf war tatsächlich die üppige Sandbeschichtung auf der Glaskante der Trennscheibe Land/Wasser. Ich vermute zusätzlich eine zweite "Brücke" an der Terrasse über dem Wasserteil, die Kontakt zum Wasser nach unten hatte und auf der linken Seite zum Humus.

Ich habe, wie angedacht, ein zweites 60l-Aquarium in der gleichen Art zum Aquaterrarium umgebaut, ähnlich wie das erste (das wird demnächst überarbeitet). Die obere Kante der Trennscheibe und 1-2 mm der anschließenden glatten Flächen habe ich blank gelassen.

Die Terrasse habe ich jetzt höher eingeklebt. Sie hat nun keinen Wasserkontakt mehr nach unten.

Du hattest recht, die unbeschichtete Kante fällt optisch nicht auf, zumal ich das Glas so zuschneiden konnte, dass oben ein matt geschliffener Rand ist.

Das ganze läuft jetzt seit knapp 4 Wochen und es gibt keinen Sumpf mehr :biggrin

Von unseren Krabben sind leider nach kurzer Zeit noch zwei weitere eingegangen. Wir hatten es befürchtet, denn sie haben Symptome gezeigt, die ich hier im Forum unter Problembeschreibungen gefunden habe.

Es ist nur noch ein Pärchen übrig, das allerdings recht munter ist. Ich hoffe, das bleibt so. Nun warten wir sehnsüchtig auf wärmeres Wetter, bei dem man wieder Krabben verschicken kann, und halten zu gegebener Zeit Ausschau nach Vampir-Nachwuchs aus privater Hand. Ich hoffe, wir können hier in der Runde fündig werden.

Liebe Grüße,
Angelika